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Herren-Sprint in Pokljuka
Der aus Schlechingen stammende Birnbacher war ohne Schießfehler nur 16,7 Sekunden langsamer als der erstmals siegreiche Weißrusse Alexandre Syman und erfüllte mit dem ersten Podestplatz seiner Karriere die Qualifikationsnorm für die Weltmeisterschaft in rund zwei Wochen im österreichischen Hochfilzen. "Nachdem die letzten Wettkämpfe ziemlich zäh gegangen waren und meine Chancen für die WM-Quali immer geringer geworden sind, bin ich nun natürlich happy, fühle mich sau-cool. Ich will unbedingt in Hochfilzen laufen, nur wenige Kilometer von mir zu Hause weg. Jetzt kann ich wieder auf einen Einsatz hoffen", jubelte der blonde Bayer. Sprintsieger wurde der 27 Jahre alte Weißrusse Alexandre Syman. Fünf Tage nach dem zweiten Platz beim Olympia-Test in San Sicario landete er den ersten Weltcup-Erfolg seiner Laufbahn. Der Russe Sergei Rozhkov wurde mit 5,6 Sekunden Abstand Zweiter. Wind machte deutschen Biathleten zu schaffen Pokliuka ist eine der schwersten Strecken im Biathlon-Weltcup-Zirkus. Am Mittwoch kamen für die Athleten erschwerend starke Böen hinzu, die das Schießen zu einem Vabanquespiel werden ließen. Neben Andreas Birnbacher hatte nur noch Alexander Wolf eine ruhige Hand und ein sicheres Auge. Der Oberhofer war mit zwei Schießfehlern zweitbester Deutscher und ging als Zehnter durchs Ziel. Auch der Rouitinier Sven Fischer (11.) resümierte nach dem Rennen: Ich denke schon, dass das hier ganz schön reingeht mit dem Wind. Das sind schon ziemliche Böen." Noch weniger erfolgreich im Umgang mit dem Wind zeigten sich Michael Greis (32.), der viermal in die Strafrunde musste und Daniel Graf (60.), der gleich Fünf Schüsse ins leere setzte. Poiree behauptet Weltcup-Führung vor Fischer
Die Führung im Gesamtweltcup behauptete der Franzose Raphael Poiree (602 Punkte) als Tages-Neunter 13 Zähler vor Sven Fischer. "Am Ende wird abgerechnet", sagte Fischer bezüglich der Chancen auf den Gewinn des Gesamtweltcups: "Ich spekuliere da nicht jeden Tag. Da würde ich mich ja fertig machen." Der Weltcup-Dritte, Ole Einar Björndalen, war nicht am Start. Er wird am Donnerstag in Oberstdorf bei der Weltmeisterschaft der Langläufer an den Start gehen. Dem Ausnahmeathleten werden auch bei den Spezialisten große Medaillenchancen eingeräumt. Wilhelm führt im Gesamtweltcup
Kati Wilhelm hat am Donnerstag mit einem 7. Platz beim Biathlon-Weltcupsprint im slowenischen Pokljuka die Führung im Gesamtweltcup von der Russin Olga Pylewa übernommen, die das Rennen nur als 15. beendete. Tagessiegerin über 7,5 km wurde die 25 Jahre alte Französin Sandrine Bailly vor der drei Jahre jüngeren Chinesin Yingchao Kong und Gro Margit Istad-Kristiansen (Norwegen). Beste Deutsche war Katrin Apel (Frankenhain) auf Rang sechs.
Für die deutschen Biathletinnen ging es in Pokliuka um die Wurst. Es war eines der letzten Rennen, um sich für die Weltmeisterschaft in Hochfilzen zu empfehlen. Cheftrainer Uwe Müßiggang hat inzwischen ein Luxusproblem: Er hat sechs Klasse-Läuferinnen, die alle für eine WM in Frage kämen. Nominiert werden nur vier. Kati Wilhelm ist auf jeden Fall in Österreich dabei. Doch ähnlich wie die Männer am gestrigen Mittwoch, blieben auch die Frauen beim Schießen nicht von Fehlern verschont.
Uwe Müssiggang, Cheftrainer der Deutschen Biathletinnen, war mit dem Verlauf des Rennens nicht rundum zufrieden. Vor allem die Schießergebnisse seiner Mädchen machten ihm zu schaffen. "Es war mehr drin und das hat mich schon geärgert. Wenn jemand weit daneben schießt, dann ist das halt so. Aber die gingen heute wirklich alle ganz knapp daneben." Er hätte sich gewünscht, dass sich seine Schützlinge beim Schießen einfach mehr Zeit genommen hätten, um Fehler zu vermeiden. "Es war ein sehr wechselhafter Wind und es sind sehr viele Fehler insgesamt geschossen worden." Verfolgung der Männer in Pokljuka
Andreas Birnbacher hat am Freitag beim Biathlon-Weltcup im slowenischen Pokljuka wie bereits vor zwei Tage im Sprint den dritten Platz im Verfolgungsrennen über 12,5 Kilometer belegt. Der ehemalige Junioren-Weltmeister vom SC Schleching musste sich bei der WM-Generalprobe lediglich dem siegreichen Nikolai Kruglow und Sergej Rozhkow (5,2 Sekunden zurück) aus Russland geschlagen geben. "Zwei Mal auf dem Sockerl. Das ist ein Wahnsinns-Gefühl. Und das so kurz vor der WM. Ich bin total glücklich", jubelte Birnbacher. Nach harter Saisonvorbereitung war er zu Beginn des Winters der Form etwas hinterher gelaufen. Fünf Deutsche Starter auf den ersten zwölf Rängen
Neben Birnbacher trugen auch die anderen deutschen Starter zu einem imponierenden Mannschafts-Resultat mit fünf Männern unter den ersten zwölf bei. Sven Fischer wurde unmittelbar hinter Weltcup-Spitzenreiter Raphael Poiree Fünfter und hat in der Saisonwertung nun 16 Punkte Rückstand auf den Franzosen. Michael Greis stürmte vom 35. Startplatz auf Rang neun. Weltmeister Ricco Groß wurde Elfter und Alexander Wolf belegte den zwölften Platz. Michael Rösch bestätigte als 20. seinen Formanstieg. "So ein tolles Mannschaftsergebnis hätte ich gern immer. Schade, dass Sven Fischer beim letzten Schießen gleich zwei Scheiben stehen ließ, sonst hätten wir vielleicht sogar zwei auf das Treppchen gebracht", stellte Bundestrainer Frank Ullrich zufrieden fest. Bundestrainer Frank Ullrich belohnte die zwei starken Rennen von Andreas Birnbacher mit einem WM-Ticket. "Jeder Platz auf dem Treppchen so kurz vor der WM ist die beste Empfehlung. Ich werde 'Birnei' auf alle Fälle mitnehmen", erklärte der Coach. Zuvor hatte er bereits Tickets für die WM in zwei Wochen im österreichischen Hochfilzen an die Staffel-Weltmeister Michael Greis (Nesselwang), Ricco Groß (Ruhpolding) und Sven Fischer (Oberhof) sowie Daniel Graf (Frankenhain) und Alexander Wolf (Oberhof) vergeben. Damen-Verfolgung in Pokljuka
Sandrine Bailly gehört zu den Läuferinnen, die derzeitkaum zu schlagen sind. Sowohl läuferisch als auch beim Schießen ist sie eine Klasse für sich. Trotz vier Schießfehlern fuhr sie ihren fünften Saisonsieg vor der Chinesin Kong Yingchao und der Russin Olga Saitzewa ein. Als beste deutsche Läuferin empfahl sich im Jagdrennen am Samstag Andrea Henkel, die als Vierte durchs Ziel rauschte. "Ich muss es jetzt im Massenstartrennen am Sonntag noch einmal krachen lassen. Ich habe schon mehrmals wegen Krankheit Zitterpartien bei der Nominierung erlebt", sagte die 27-jährige nach dem Rennen. Für sie war es eine der letzten Gelegenheiten sich für die WM in Hochfilzen zu empfehlen. Deutsche Frauen mit guter Mannschaftsleistung Trotz der durchwachsenden Schießleistungen lieferten die deutschen Biathletinnen erneut eine sehr geschlossene Mannschaftsleistung ab. Die für das Championat von Hochfilzen in zwei Wochen vorgesehenen fünf Teamkolleginnen kamen allesamt unter die Top 20. Simone Denkinger wurde Fünfte. Auch Katrin Apel (10.), Uschi Disl (11.) und mit Abstrichen Martina Glagow (17.) brachten ordentliche Leistungen - "auch wenn unser Anspruch natürlich Podestplätze sind", so Müssiggang. "Was mir nicht gefallen hat", resümiert der Trainer, "ist, dass wir Sandrine zuviel Vorsprung gelassen haben, so dass sie ihre Fehler wirklich in Ruhe schießen konnte. Ich denke, wir hätten ein bisschen mehr Druck machen können." Wilhelm verteidigt Weltcupführung
Kati Wilhelm verteidigte als Achte das Gelbe Trikot der Weltcupführenden. Die Doppel-Olympiasiegerin liegt in der Gesamtwertung nach 19 von 27 Rennen mit 614 Zählern vor der diesmal auf Platz sieben gelandeten Russin Olga Pylewa (606 Punkten) und Sandrine Bailly (590 Punkte). "Ich war schon ein wenig nervös mit dem Gelben. Jetzt will ich es natürlich auch bei der WM tragen", sagte eine strahlende Kati Wilhelm nach dem Rennen. Vor den Titelkämpfen in Österreich stehen am Sonntag nur noch die Massenstart-Wettbewerbe der Herren (13.45 Uhr) und Damen (14.45 Uhr) auf dem Programm. Massenstart der Herren in Pokljuka
Der fünfmalige Biathlon-Olympiasieger Ole Einar Björndalen hat sich nach seinem Abstecher zur Nordischen Ski-WM beim Weltcup in Pokljuka mit dem achten Saisonsieg zurückgemeldet. Der 31-jährige Norweger gewann bei der WM-Generalprobe das 15-km-Massenstartrennen ohne Schießfehler vor Weltcup-Spitzenreiter Raphael Poiree aus Frankreich. Rang drei belegte der Norweger Stian Eckhoff. Der Oberhofer Sven Fischer wurde zwei Wochen vor den Titelkämpfen in Hochfilzen Fünfter. Poiree führt weiter im Gesamtweltcup
Poiree führt in der Gesamtwertung nach 20 von 27 Rennen mit 688 Punkten vor Fischer mit 663 Zählern und Björndalen (603 Punkte). Noch am Donnerstag war der Norweger in Oberstorf bei der Nordischen Ski-WM gestartet. Magenprobleme führten dazu, dass er im 15-km-Freistilrennen die anvisierte Medaille verpasste. Bjoerndalen ging lediglich als Elfter durchs Ziel und qualifizierte sich nicht für Norwegens 4x10-km-Staffel. Massenstart der Frauen in Pokljuka
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