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Männer-Staffel in San Sicario
Startläufer Daniel Graf (Frankenhain) musste beim Stehendschießen allerdings trotz dreimaligen Nachladens in die Strafrunde und bescherte dem deutschen Team einen Rückstand von 1:20 Minuten. Sven Fischer (Oberhof) - der einzige Routinier im deutschen Team - musste daher von Platz neun aus ins Rennen gehen. Der 33-Jährige schoss aber tadellos, zeigte sich läuferisch stark und brachte das deutsche Quartett wieder bis auf sechs Sekunden an die Spitze heran. Andreas Birnbacher (Schleching) musste beim liegenden Anschlag drei Mal nachladen, blieb beim Stehendschießen jedoch fehlerfrei und verteidigte den dritten Platz. Schlussläufer Alexander Wolf (Oberhof) kassierte bei immer stärkerem Wind sogar eine Strafrunde, lief aber schließlich noch vom fünften auf den dritten Rang. Bei den bisherigen Staffelrennen des Winters hatten die Deutschen immer Platz zwei belegt, gingen diesmal aber auch ersatzgeschwächt an den Start: "Altmeister" Ricco Groß (Ruhpolding) wurde wegen seiner WM-Vorbereitung geschont, Michael Greis (Nesselwang) setzte wegen einer leichten Fußverletzung aus. Dritter Saisonsieg für Norwegen
Unterdessen feierten die Norweger, bei denen Ole Einar Björndalen fehlte, im vierten Staffel-Rennen der Saison ihren dritten Sieg. Frode Andresen, Egil Gjelland, Stian Eckhoff und Halvard Hanevold benötigten zwar insgesamt 12 Nachlader, kamen aber als einziges Team ohne Strafrunde ins Ziel. Über weite Strecken hatten die Russen das Rennen dominiert. Erst als Sergej Roschkow nach der letzten Schießeinlage trotz dreimaligen Nachladens eine Scheibe stehen ließ, zogen die Skandinavier vorbei. Frauen-Staffel in San Sicario
Schon die russische Startläuferin Olga Pylewa stellte die Weichen auf Sieg. Obwohl sie beim stehenden Anschlag einmal nachladen musste, verließ sie den Schießstand wieder, bevor die Konkurrentinnen ihren ersten Schuss abgegeben hatten. Ihre Teamkollegin Swetlana Ischmuratowa schoss anschließend trotz schwieriger Windbedingungen ohne Fehl und Tadel und baute den Vorsprung auf die zweitplatzierten Französinnen auf über zwei Minuten aus. Anna Bogali musste zwar vier Mal nachladen, konnte Olga Saitsewa aber trotzdem mit einem Polster von mehr als drei Minuten auf die Strecke schicken. Die russische Schlussläuferin brachte den Sieg mit einem einzigen Nachlader locker nach Hause. Die Gegnerinnen schlugen sich selbst
Die Konkurrenz schoss einfach zu schwach, um die Russinnen zu gefährden. Lediglich die drittplatzierten Weißrussinnen kamen ohne Strafrunde durch. Im französischen Team, das ohne Florence Bavarel-Robert antrat, ließ Christelle Gros trotz Nachladens eine Scheibe stehen. Das norwegische Quartett - ohne Liv Grete Poiree - kam nur auf Rang vier, weil allein Ann Kristin Flatland sechs Strafrunden kassierte. Die Chinesinnen mussten insgesamt fünf Extrarunden laufen und hatten daher ebenfalls keine Chance auf einen Podestplatz. Kein deutsches Team am Start
Die deutschen Damen, die in diesem Winter als einzige Staffel das russische Team einmal bezwingen konnten, hatten auf einen Start verzichtet. Bundestrainer Uwe Müßiggang wollte seine Topläuferinnen schonen, weil sich Kati Wilhelm, Uschi Disl und Katrin Apel gerade erst von einer Grippe erholt hatten und Martina Glagow an einer Fußentzündung laboriert. Da zudem die Nachwuchs-Biathletinnen zur Europameisterschaft abgereist sind, brachte das deutsche Team keine vier Läuferinnen mehr zusammen. Frauen-Sprint in San Sicario
Auf der immer weicher werdenden Strecke war die Startnummer eins ein unschätzbarer Vorteil für Kati Wilhelm, die damit trotz zwei Schießfehlern nicht zu schlagen war. Die Chinesin Xianying Liu, die fehlerfrei schoss, lag nach dem zweiten Schießen nur fünf Sekunden hinter Wilhelm - im Ziel hatte Liu dann einen Rückstand von 25,8 Sekunden, weil sie mit Startnummer 38 eine viel tiefere Loipe vorfand als Wilhelm. "Bei mir war die Loipe noch ziemlich fest", freute sich Wilhelm. Auch Bundestrainer Uwe Müßiggang räumte ein, Wilhelm habe "das Glück der Tüchtigen" gehabt. Die Startnummern-Auslosung sei diesmal "sehr entscheidend" gewesen. Kati Wilhelm hat nun auch gute Aussichten, den Gesamt-Weltcup zu gewinnen. Durch den Sieg hat sie nur noch sechs Punkte Rückstand auf Weltcup-Spitzenreiterin Olga Pylewa. Die Russin leistete sich beim stehenden Anschlag zwei Fehler und kam - trotz der guten Startnummer 11 - nur als Neunte ins Ziel.
Unter der immer mehr aufweichenden Loipe litt am Samstag (12.02.) auch der deutsche Nachwuchs: Obwohl die Oberhoferinnen Jenny Adler und Sabrina Buchholz fehlerfrei schossen, kamen sie dank ihrer hohen Startnummern mit riesigem Rückstand ins Ziel. Selbst die Mittenwalderin Martina Glagow (Startnummer 46) kam mit einem Schießfehler lediglich auf Platz 25. Uschi Disl (Moosham) hingegen, die früh gestartet war, belegte Rang zehn, obwohl sie drei Scheiben verfehlte. Schlechteste deutsche Schützin war diesmal Simone Denkinger (Goosham), die vier von zehn Scheiben stehen ließ. Bogali und Bailly mit drei Fehlern
Aber auch andere Athletinnen nahmen sich mit schwachen Schieß-Resulateten selbst aus dem Rennen. Die Russin Anna Bogali, die am Donnerstag bei ihrem Sieg über 15 Kilometer noch 19 von 20 Scheiben getroffen hatte, ließ diesmal drei von zehn Scheiben stehen. Auch die Weltcup-Dritte Sandrine Bailly (Frankreich) - Sprint-Siegerin von Östersund - vergab durch drei Fehler eine bessere Platzierung. Für eine positive Überraschung sorgte hingegen Magdalena Gwizdon: Die Polin, 27. im Gesamt-Weltcup, schaffte mit dem zweiten Rang das beste Resultat ihrer Karriere. Männer-Sprint in San Sicario
Michael Greis (Nesselwang) zeigte zwei Tage nach seinem Sieg über 20 Kilometer erneut eine gute Leistung: Mit null Fehlern belegte er den sechsten Platz und war damit der einzige Deutsche, der sich unter den ersten Zehn platzieren konnte. Sven Fischer (Oberhof) setzte beim Liegendanschlag den ersten Schuss daneben und kam damit nur auf den 11. Rang. Da Weltcup-Spitzenreiter Raphael Poiree (Frankreich) nach zwei Schießfehlern aber nicht unter die besten Dreßig kam und damit keine Weltcup-Punkte sammeln konnte, trennen Fischer nur noch neun Zähler von Platz eins der Gesamtwertung. Allerdings hatten die Deutschen mit erheblichen Material-Problemen zu kämpfen - offenbar hatte man sich für den falschen Ski entschieden. Es sei nicht absehbar gewesen, dass der Schnee im Verlauf des Rennens so feucht werden würde, erklärte Greis, der daher läuferisch nicht ganz mit der Spitze mithalten konnte. "Der Ski hat von Runde zu Runde abgebaut." So kam Ricco Groß (Ruhpolding) trotz null Fehlern nur auf den 16. Platz. Daniel Graf (Oberhof), der ebenfalls fehlerfrei blieb, verpasste sogar die Weltcup-Ränge. Dramatischer Kampf um Platz eins
An der Spitze entwickelte sich ein dramatisches Rennen: Sergej Roschkow - am Mittwoch schon Dritter über 20 Kilometer - sah bereits wie der sichere Sieger aus, nachdem er im Ziel 1,5 Sekunden vor seinem Landsmann Nikolai Kruglow lag. Björn Ferry und Alexandre Syman, die beide nicht zu den besten 25 Läufern im Weltcup gehören, rückten jedoch mit starken Schlussrunden noch gefährlich nahe an Roschkow heran und verpassten den ersten Sieg ihrer Karriere jeweils nur um wenige Zehntelsekunden. 15 km der Frauen in San Sicario
Anna Bogali kassierte lediglich beim abschließenden Stehendschießen eine Strafminute. Zudem zeigte sich die Russin, die im Januar noch ins Höhentraining nach Armenien geschickt worden war, läuferisch stark. In der Loipe nahm sie ihrer Teamkollegin Olga Pylewa, die sich ebenfalls nur einen Schießfehler leistete, eine halbe Minute ab. Pylewa freute sich aber auch über den zweiten Platz, denn im Gesamt-Weltcup konnte sie damit ihre Führung auf Kati Wilhelm und Sandrine Bailly (Frankreich) weiter ausbauen. Vier Deutsche in den Top-10
Den deutschen Frauen gelang in San Sicario ein überzeugendes Mannschaftsergebnis. Kati Wilhelm, die trotz zwei Schießfehlern aufs Podest lief, war nach ihrer Erkältung "sehr überrascht, dass es wirklich so gut ging". Simone Denkinger (Gosheim) - ebenfalls mit zwei Strafminuten belastet - verpasste als Vierte nur um 5,6 Sekunden einen Platz auf dem Siegertreppchen. Uschi Disl (Moosham), die erst bei der letzten Schießeinlage zwei "Fahrkarten" schoss, kam auf Rang acht. Martina Glagow (Mittenwald) - Siegerin des 15-Kilometer-Rennens am Holmenkollen - wurde Neunte.
Katja Beer (Altenberg) kassierte als Dreißigste noch einen Weltcup-Punkt, während Katrin Apel (Frankenhain) die Punkteränge knapp verpasste - fünf Strafminuten waren einfach zu viel. Ein ordentliches Weltcup-Debüt lieferte Ute Niziak aus Altenberg ab: Die 22-Jährige, die für die erkrankte Andrea Henkel ins Team gekommen war, belegte mit drei Fehlern den 37. Platz und ließ damit immerhin die beiden Oberhoferinnen Jenny Adler (Rang 46) und Sabrina Buchholz (Rang 80) hinter sich. Bailly verpasst möglichen Sieg
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