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Biathlon-WM in Hochfilzen

DSV nominiert elf Athleten für Biathlon-WM

Sechs Männer und fünf Frauen hat der Deutsche Skiverband (DSV) für die Weltmeisterschaften in Hochfilzen vom 4. bis 13. März nominiert.

Brachte zuletzt sehr gute Leistungen: Andreas Birnbacher

Für die fünf Entscheidungen bei den Männern benannte Bundestrainer Frank Ullrich den Gesamt-Zweiten Sven Fischer und Alexander Wolf (beide Oberhof) sowie Routinier Ricco Groß (Ruhpolding), Michael Greis (Nesselwang), Daniel Graf (Frankenhain) und Andreas Birnbacher (Schleching), der zuletzt in Pokljuka mit zwei dritten Plätzen überzeugte.

Das Frauen-Team von Bundestrainer Uwe Müßiggang wird von Weltcup-Spitzenreiterin Kati Wilhelm (Zella-Mehlis) angeführt. Außerdem wurden Katrin Apel (Frankenhain), Simone Denkinger (Gosheim) und Uschi Disl (Moosham) nominiert. Martina Glagow (Mittenwald) musste wegen einer Bronchitis absagen. Für die Gesamt-Weltcupsiegerin rückt Ersatzfrau Andrea Henkel (Großbreitenbach) ins Starteraufgebot.

Biathlon-Weltmeisterschaft in Hochfilzen

Kranke Martina Glagow fällt aus

Eine Bronchitis zwingt Biathletin Martina Glagow auf ihren Start bei den am Samstag (05.03.05) beginnenden Weltmeisterschaften in Hochfilzen/Österreich zu verzichten.

Martina Glagow

 

"Ich habe gehofft, dass ich noch rechtzeitig wieder gesund werde", sagte Glagow, "aber die Ärzte haben mir geraten, kein Risiko einzugehen und eine Pause einzulegen."

Voraussichtlich wird die Weltcup-Gesamtsiegerin von 2003 damit auch beim letzten Weltcup in Khanty Mansiysk in Russland fehlen. Für Martina Glagow rückt Doppel-Olympiasiegerin Andrea Henkel ins WM-Team.

Deutsche Skijäger peilen 50. WM-Gold an

Bei der Biathlon-Weltmeisterschaft im österreichischen Hochfilzen (4. bis 13. März) peilen Sven Fischer, Uschi Disl & Co das 50. deutsche WM-Gold an.

Andrea Henkel wurde für die erkrankte Martina Glagow ins Team geholt.

In dem Wintersport-Paradies nahe Saalbach-Hinterglemm soll das Top-Ergebnis der Vorjahres mit sieben Medaillen (2/3/2) beim Heimspiel in Oberhof noch verbessert werden. Allerdings fällt die dreimalige Oberhof-Medaillengewinnerin Martina Glagow wegen einer Bronchitis aus, für sie rückt Doppel-Olympiasiegerin Andrea Henkel ins Team nach. "Die Biathleten haben uns seit Jahren nie enttäuscht. Sie werden auch diesmal vorne mitmischen", sagt Thomas Pfüller. Der Sportdirektor des Deutschen Skiverbandes (DSV) gibt "kein konkretes Medaillenziel aus. Ob wir nun vier, sechs oder acht Medaillen gewinnen: Wichtig ist, dass die Mannschaft in der unmittelbaren Spitze präsent ist und damit den nötigen Schwung für die Olympischen Spiele in Turin holt."

Bundestrainer setzt auf Sven Fischer

Der viermalige Saisonsieger Sven Fischer gehört zu den heißesten Medaillenanwärtern.

Bei den Herren setzt Bundestrainer Frank Ullrich vor allem auf den viermaligen Saisonsieger Sven Fischer. Neben dem Thüringer war es zuletzt in San Sicario auch Staffel-Weltmeister Michael Greis beim ersten Weltcup-Einzelsieg seiner Karriere gelungen, in die Phalanx der starken Norweger um den achtmaligen Saisonsieger Ole Einar Björndalen und Langlauf-Staffelweltmeister Lars Berger einzubrechen. "Zwei Medaillen wären schön, aber das wird verdammt hart. Vor allem gegen die Norweger und Russen. Aber meine Mannschaft ist im Saisonverlauf gewachsen und berechtigt zu Optimismus", erklärt Ullrich. Außer Fischer und Greis standen Andreas Birnbacher, Alexander Wolf und Ricco Groß als Dritte bereits auf dem Podest.

Kati Wilhelm so stabil wie nie

Behält Uschi Disl am Schießstand die Nerven?

Die Damen-Mannschaft reist mit dem von Kati Wilhelm eroberten gelben Trikot der Weltcup-Gesamtführenden in Hochfilzen an. Die Doppel-Olympiasiegerin von Salt Lake City präsentierte sich im Saisonverlauf so stabil wie nie zuvor und schaffte in 20 Rennen bemerkenswerte 16 Top-Ten-Plätze. Neben Wilhelm präsentierten sich zuletzt auch Simone Denkinger und Uschi Disl in hervorragender Laufform. Die Altmeisterin (15. WM-Teilnahme seit 1991) allerdings verlor nach anfänglich drei Saisonsiegen ausgerechnet bei ihren Heimrennen in Ruhpolding die nötige Ruhe beim Schießen und zeigte sich auch beim jüngsten Trainingscamp in Ridnaun/Südtirol laut Bundestrainer Uwe Müssiggang instabil am Stand.

Biathlon-Titelkämpfe feierlich eröffnet

Mit Böllerschüssen und einem großen Feuerwerk sind am Freitagabend (04.03.) in Hochfilzen die Biathlon-Titelkämpfe feierlich eröffnet worden.

Das deutsche Team geht mit großen Erwartungen in die WM.

Am zweiten Championat im 1100-Seelen-Ort in Österreichs Bundesland Tirol nach 1978 nehmen über 500 Aktive und Betreuer aus 39 Nationen teil. Etwa 100.000 Zuschauer werden erwartet. Die offizielle Eröffnungsformel sprach der Präsident der Internationalen Biathlon-Union (IBU), Anders Besseberg (Norwegen). Die Fahne der deutschen Mannschaft trug bei der Eröffnungsfeier Youngster Daniel Graf (Frankenhain). Bis zum 13. März werden im Touristengebiet Pillerseetal insgesamt zehn Titel vergeben. Dreimal geht der Franzose Raphael Poiree, sogar viermal seine norwegische Ehefrau Liv Grete Poiree als Titelverteidiger an den Start.

Die deutschen Biathleten hatten im Vorjahr bei der Heim-WM in Oberhof zwei Titel (Ricco Groß im Jagdrennen sowie die Herren-Staffel) und insgesamt sieben Medaillen erkämpft.

Erstes Gold für Björndalen - Fischer holt Silber

Seriensieger Ole Einar Björndalen hat sich am Samstag (05.03.) das erste Gold der Biathlon-WM in Hochfilzen gesichert. Die Silbermedaille ging an Sven Fischer aus Oberhof, der nur zehn Sekunden hinter Björndalen ins Ziel kam.

Toller Auftakt für das deutsche Team: Sven Fischer jubelt über Silber.

Björndalen und Fischer leisteten sich jeweils einen Fehlschuss. Läuferisch war der Norweger über die 10-km-Strecke einen Tick besser als der Deutsche. Die Bronzemedaille ging überraschend an den Letten Ilmar Bricis. "Von uns Deutschen werden immer Medaillen erwartet. Dass es bei mir gleich im ersten Rennen geklappt hat, ist einfach spitze. Ich bin mit mir heute sehr zufrieden", erklärte Fischer, der mit Startnummer 13 die insgesamt 16. WM-Medaille seiner Karriere einfuhr. Da Titelverteidiger Raphael Poiree nur als 13. das Ziel erreichte, entriss Fischer mit nunmehr 709 Punkten dem Franzosen (708) ganz knapp das Gelbe Trikot des Führenden im Gesamtweltcup.

Gute Ausgangsposition für den Verfolger

Er ist am Sonntag der Gejagte: Ole Einar Björndalen.

"Wir wollten von WM-Beginn an um die Medaillen mitkämpfen: Ziel erreicht", kommentierte Frank Ullrich den Blitzstart seiner Männer in das Championat im Pillerseetal. Der Bundestrainer bezog in sein Lob Michael Greis (Nesselwang) und Ricco Groß (Ruhpolding) mit ein, die sich auf den Rängen sechs sowie sieben ebenfalls eine erstklassige Ausgangsposition für das 12, 5-km-Jagdrennen am Sonntag (10.00 Uhr/live in der ARD) erarbeiteten.

Ricco Groß in Lauerstellung

Hat seinen dritten Verfolger-Titel im Visier: Ricco Groß.

Groß, der dann als Titelverteidiger 49,4 Sekunden hinter Sprintsieger Björndalen auf die Strecke geht, meinte: "Ich habe hier meinen besten Sprint der gesamten Saison abgeliefert. Das war mein erstes Ziel. Ob die WM für mich zum Erfolg wird, werden aber erst die nächsten Tage zeigen." Groß könnte als erster Skijäger überhaupt zum dritten Mal in Reihenfolge Weltmeister im Jagdrennen werden.

Lehrgeld musste Andreas Birnbacher (Schleching) zahlen. Bei seinem ersten WM-Start verfehlte er drei Scheiben und landete mit 2:21,6 Minuten Rückstand nur auf dem 56. Platz.

Erstes WM-Einzelgold für Uschi Disl

Uschi Disl hat am Samstag (05.03.) in Hochfilzen nach dem silbernen Auftakt durch Sven Fischer das erste WM-Gold für Deutschland gewonnen. Es war zugleich der erste WM-Einzeltitel ihrer Karriere und das 50. deutsche WM-Gold.

Überraschend stark in der Loipe: Olga Saitzewa.

Im 7,5-km-Sprint blieb die Mooshamerin fehlerfrei und verwies die läuferisch überraschend starke Olga Saitzewa knapp auf Platz zwei. Nach dem letzten Schießen hatte die Russin noch über 15 Sekunden Vorsprung auf Uschi Disl gehabt, konnte dann aber der wie entfesselt über die Piste jagenden Disl nicht Paroli bieten. Top-Favoritin Sandrine Bailly aus Frankreich schoss beim Stehendschießen zwei Mal daneben und vergab so ihre Medaillenchancen. Am Ende kam sie auf Platz vier ein. Bronze ging an die Weißrussin Olena Zubrilowa.

Kati Wilhelm (Zella-Mehlis), Simone Denkinger (Gosheim) und Katrin Apel (Oberhof) vergaben durch jeweils vier Schießfehler alle Chancen auf Spitzenplätze. Am Ende wurde Wilhelm 28., Apel 31. und Denkinger 32. Im Gesamt-Weltcup fiel die bis zur WM führende Kati Wilhelm auf Rang drei hinter Olga Pylewa und Sandrine Bailly zurück.

"Sahnehäubchen nach 15 Jahren"

Erst "Turbo-Disl", jetzt "Gold-Uschi".

"Ich habe endlich das Ziel erreicht, das ich mir schon so viele Jahre gewünscht habe", sagte Uschi Disl, die ihren Sieg "noch gar nicht glauben" konnte. "Das ist das Sahnehäubchen nach 15 Jahren in der Weltspitze", so die 34-Jährige gerührt. Auch die gut 8000 Fans im WM-Stadion skandierten minutenlang "Uschi, Uschi!". "Das gönnt ihr jeder", meinte Damen-Bundestrainer Uwe Müßiggang nach dem Rennen. "Sie hat Biathlon in Deutschland und international groß gemacht."
Björndalen holt zweites Gold - Fischer Dritter

Die "Björndalen-Festspiele" in Hochfilzen gehen weiter: Der Norweger holte sich am Sonntag (06.03.) im Jagdrennen nach dem Sprint-Titel bereits sein zweites WM-Gold.

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